Meine deutsche Geschichte
Mihail Groys

Mi 25. März 2026 | 19 Uhr
Jüdisches Gemeindehaus
Fasanenstraße 79–80, 10623 Berlin
Kleiner Saal | Eintritt 10,-/8.-
Mihail Groys ist in den 1990er-Jahren ge- meinsam mit seiner Familie aus dem Don- bas in die Bundesre- publik eingewandert. Nun, 25 Jahre später, betrachtet er das Land, das ihm damals neue Heimat gewor- den ist in allen seinen Facetten. Dabei hat Mihail Groys nicht nur durch seine uk- rainische Herkunft eine ganz besondere Perspektive. Als Jude kann Deutschland für ihn kein Land wie jedes andere sein. Aus diesem einzigartigen Blickwinkel heraus be- trachtet er in seinem Buch die Gesellschaft, hält ihr den Spiegel vor und fragt sich, was genau ihr Wesen ausmacht. Heiter und anekdotisch erzählt er von einem Land voller Eigenheiten, beleuchtet die unterschiedlichen Bereiche, die unsere Gesellschaft auszeich- nen, und zeigt, wie es gelingen kann, Unterschiede zu überwinden und einem anderen mit offenen Armen zu begegnen. Ein Plädoyer für Verständigung und Dialog.

Mihail Groys, geboren 1991 in Thorez (im Don- bas), hat Verwaltungswissenschaft studiert und arbeitet in Berlin als Referent für Erinnerungspolitik und Gedenkstättenarbeit beim Zentralrat der Juden in Deutschland.
Kann denn Liebe Sünde sein?
Auf den Spuren des Liedtexters Bruno Balz
Judith Kessler

Fasanenstraße 79–80, 10623 Berlin
Kleiner Saal | Eintritt 10,-/8.-
Lieder wie »Davon geht die
Welt nicht unter«, »Ich brech‘
die Herzen der stolzesten
Frau‘n« oder »Ich weiß, es
wird einmal ein Wunder ge-
scheh‘n« kennt fast jeder.
Doch wer war Bruno Balz, der
Mann hinter diesen Texten?
Der 1924 mit »Bubi, lass uns
Freunde sein« 1924 einen der
ersten schwulen Schlager
schrieb, der Hunderte Liedtexte für Kinofilme verfasste
– und auch noch nach 1945
große Hits wie »Wir wollen
niemals auseinandergeh‘n«
oder »Mama« landete?
Judith Kessler zeichnet in
ihrem Buch den Lebensweg
des Berliners aus der Fasanen-
straße nach und fragt, was an
den Geschichten stimmt, die
über ihn erzählt werden. Wie
konnte Balz die wohl bekann-
testen schnulzigen, aber auch
frechen, subversiven und doppeldeutigen Schlager der Dreißiger und Vierzigerjahre schreiben? Und wie entstand das Bild eines tragischen Helden, der als Homosexueller von den Nazis verhaftet und misshandelt die berühmtesten Lieder des »Dritten Reichs« unter Zwang geschrieben haben soll. Ein Beitrag zum deutschen »Gedächtnistheater« und Balz-Songs aus der Konserve.

Judith Kessler ist Sozialwissenschaftlerin und langjährige Mitarbeiterin der Jüdischen Gemeinde. Als Autorin schreibt sie u.a. »Fußnoten zur Geschichte« auf yupedia.blog, Programme für das Jüdische Kulturschiff MS Goldberg sowie biografische Essays und Bücher, zuletzt »Kann denn Liebe Sünde sein? Auf den Spuren des Liedtexters Bruno Balz« (Nicolai 2025).

»Shalom zusammen«
Tanya Raab
Neuer Termin: 30. Oktober 2025 | 19 Uhr
Jüdisches Gemeindehaus
Fasanenstraße 79-80 | 10623 Berlin
Kleiner Saal | Eintritt: 12,-/10,-
Jüdisches Leben abseits von Klischees: Aktivistin Tanya Raab räumt mit Vorurteilen auf. »Du siehst ja gar nicht jüdisch aus« ist ein Satz, den Tanya beim Dating schon oft gehört hat. Seitdem sie auf dem Pausenhof mitbekam, wie ein Mitschüler den anderen mit »Du Jude«
beschimpfte, beschäftigen sie viele Fragen: Was bedeutet es, jüdisch auszusehen? Gibt es so etwas überhaupt? Muss ich mich für mein Jüdischsein schämen oder darf ich stolz darauf sein? Geboren in der Ukraine, zog Tanya mit drei Jahren als Kontingentflüchtling nach Deutschland. Ihre Mutter ist jüdisch, ihr Vater nicht. Über die Jahre wird ihr immer wieder geraten, diesen Teil von ihr zu verschweigen, um sich selbst zu schützen. Doch eines Tages beschließt sie, sich nicht länger zu verstecken. Ob mit Davidstern-Kette im Fitnessstudio
oder Regenbogen-Kippa beim Einkaufen – die queere und feministische Aktivistin zeigt, dass jüdisches Leben anders gelebt werden kann, als man es erwartet. Selbstbewusst erzählt sie von ihrem Alltag zwischen Tradition und Moderne sowie tagtäglichen
Erfahrungen mit Antisemitismus und rechnet mit der deutschen Erinnerungskultur ab.
Tanya Raab studiert an der Universität Potsdam Deutsch und Russisch und leistet mit ihrem aktivistischen Account @oy_jewish_mamma Aufklärungsarbeit rund um Judentum, Antisemitismus und Erinnerungskultur. Moderation: Sigmount Königsberg