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VORTRAGSREIHE

»Antisemitismus – Woher, weshalb, wohin? Dem Judenhass auf den Grund gehen« ist eine Vortragsreihe des Förderkreises »Denkmal für die ermordeten Juden Europas e.V.«, der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und der Moses-Mendelssohn-Stiftung Berlin im Rahmen des Festjahres 2021 »1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland«

Der rassistische Antisemitismus
Prof. Dr. Oliver Decker

Mi 31. Mai 2021 19 Uhr | Jüdisches Gemeindehaus Fasanenstraße 79-80 10623 Berlin

Eintritt frei | Anmeldung: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.


»Der moderne Antisemitismus ist auf das engste mit dem Rassismus verbunden, wie er sich im 19. Jahrhundert entwickelte. Nicht erst mit dem "eliminatorischen Antisemitismus" (Goldhagen) in Nazi-Deutschland tritt als gemeinsame Wurzel beider ein
psychisches Motiv offen zu Tage: Die Legitimation von Hass und Gewalt. Die auf dem Antisemitismus gründende Vernichtungspraxis ist mit Namen wie Auschwitz oder Babi Jar verbunden und damit mit Orten, die scheinbar sehr weit vom Alltag der
nicht-jüdischen Deutschen im »3. Reich« entfernt liegen. So weit aber waren die »Vernichtungsstationen« (Hilberg) von der Realität in Nazi-Deutschland nicht entfernt, dass nicht nur die alltägliche Deportationder jüdischen Nachbarn, sondern auch ihr Schicksal bekannt war oder sein konnte. Diese alltägliche Vernichtungspraxis in den Konzentrations- und Außenlagern Nazi-Deutschlands basierte auf dem Rassenwahn – er bereitete die Tat vor und sicherte den »psychotischen Kosmos« (Grubrich-Simitis), in dem sie vollzogen wurde. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs verschwand scheinbar Rassenwahn und Antisemitismus. Der Schein aber trog, unter der Oberfläche bestanden beide fort. Für dieses Nachleben wurden Metaphern gefunden, etwa die des »Sarkophags« (Diner), der »Krypta« (Bruder) oder der »Plombe« (Decker). Auch gegenwärtig, in den Verschwörungserzählungen, taucht dieses Erbe auf und so werden die Risse in der Plombe immer sichtbarer…

PROF. DR. OLIVER DECKER, Else-Frenkel-Brunswik-Institut der
Universität Leipzig und Sigmund Freud Universität Berlin


 

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