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VORTRAGSREIHE

Antisemitismus – Woher, weshalb, wohin? Dem Judenhass auf den Grund gehen« ist eine Vortragsreihe des Förderkreises »Denkmal für die ermordeten Juden Europas e.V.«, der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und der Moses-Mendelssohn-Stiftung Berlin im Rahmen des Festjahres 2021 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

 

Der rechtsradikale Antisemitismus. Rechtsextremer Antisemitismus im 21. Jahrhundert
Prof. Dr. Gideon Botsch

Mo 05. Juli 2021 19 Uhr |Jüdisches Gemeindehaus Fasanenstraße 79-80 10623 Berlin

Eintritt frei | Anmeldung: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Brennende Israelfahnen – Boykottkampagnen – Anschläge auf Synagogen: Der Antisemitismus des 21. Jahrhunderts galt lange als etwas »Neues«, das mit dem klassischen Rechtsextremismus wenig zu tun hat. Seit den Mordanschlägen
gegen Juden in den USA, seit dem Angriff auf die Synagoge in Halle ist klar: Rechtsextremer Antisemitismus bleibt eine tödliche Gefahr. Die extreme Rechte baut auf einem offen antisemitischen Weltbild auf. Sie hält nicht nur an »alten« Feindbildern fest, sondern beteiligt sich auch an der Verbreitung »neuer« antisemitischer Motive. Den antisemitischen Mythos einer Weltverschwörung passt sie an die Gegenwart an: Mit den Motiven von »Umvolkung« und »Großem Austausch« werden Flucht- und Migrationsprozesse zu einem feindseligen Projekt volksfeindlicher Mächte umgedeutet. Von der »Homo-Ehe« über Frauenquoten bis zur Impfkampagne: Alle Entwicklungen, die der Rechtsextremismus ablehnt, sind für ihn Teil einer bösartigen Verschwörung. Dazu gehört auch der Staat Israel, der weiterhin bekämpft wird.

PROF. DR. GIDEON BOTSCH, Dr. phil., apl. Professor für Politikwissenschaft an der Universität Potsdam, leitet die Emil Julius Gumbel Forschungsstelle Antisemitismus und Rechtsextremismus - Moses Mendelssohn Zentrum Potsdam

 

Der kommunistische und linke Antisemitismus
Dr. Richard Herzinger

Mo 23. August 19 Uhr |Jüdisches Gemeindehaus Fasanenstraße 79-80 10623 Berlin

Eintritt frei | Anmeldung: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Linker oder »progressiver« Antisemitismus reicht bis zu Aufklärern wie Voltaire zurück. Während das Judentum von der gegenaufklärerischen Rechten als Urheber der »zersetzenden« Moderne denunziert wurde, traf es von Links der entgegengesetzte Vorwurf: ein Überrest der Vormoderne zu sein. Linke Judenfeindschaft war meist nicht rassenideologisch begründet. Gleichwohl wurde die erste rassenantisemitischeOrganisation in Deutschland 1879 von einem Radikaldemokraten der äußersten Linken gegründet: Wilhelm Marr. Der Frühsozialist Pierre-Joseph Proudhon hatte Jahre zuvor sogar die physische Ausrottung der Juden propagiert. Dies lag Karl Marx zwar fern. Doch in seiner Abhandlung »Zur Judenfrage« setzte er das Judentum mit dem Kapital gleich und suggerierte, mit der Aufhebung der Kapitalherrschaft werde sich auch das Judentum auflösen. Diese Assoziation machte die Linke empfänglich für antisemitische Ressentiments. In der Sowjetunion wurden die Juden verdächtigt, wurzellose Agenten des Klassenfeinds zu sein. Die letztevon Stalin geplante große Säuberung sollte die Juden treffen – als Verkörperung des »Kosmopolitismus«. Die Denunziation Israels als »Speerspitze des Imperialismus« zog in kommunistischen Ländern erneut heftige antisemitische Kampagnen nach sich. Diese fielen in der DDR zwar weniger drastisch aus als in Polen und Ungarn. Dafür tat sich der SED-Staat mit besonderem Eifer bei der Aufrüstung extrem israelfeindlicher arabischer Regime sowie von palästinensischenTerrororganisationen hervor.Doch auch große Teile der deutschen radikalen Linken machten sich das Feindbild des »Zionismus« zu eigen. Dies kulminierte in Übergriffen deutscher Terroristen auf jüdische Einrichtungen und Bürger. Nicht alle Linken waren und sind gleichermaßen für antijüdische Affekte
anfällig. Doch gerade die weit verbreitete falsche Gewissheit, die korrekte »progressive« Gesinnung immunisiere per se gegen Antisemitismus, öffnet diesem ein Einfallstor.


DR. RICHARD HERZINGER, Literaturwissenschaftler, Journalist, Publizist.

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